Er meldet sich nicht mehr – das Rückzugsszenario

Wenn er sich nicht mehr meldet? Wie mit Rückzug umgehen? Gerade wenn zuvor Gefühle und Sex im Spiel waren

Was ist geschehen? Sie hatten eine wundervolle Zeit, vielleicht waren Sie sogar miteinander im Bett, er schien fürsorglich, aufmerksam und liebevoll: jetzt meldet er sich nicht mehr. Oder sagt, er habe keine Zeit. Oder ist unnahbar und fremd. Sie suchen Nähe – aber er zieht sich zurück. Was Sie auch tun: ihn scheint alles abzuschrecken.

Zunächst keine Panik: zu jeder Kennenlernphase gehört auch der Rückzug

Ihre Beziehung hat eine neue Stufe erreicht: die Verhandlungsphase ist nun im vollen Gange. Sie haben sich besser kennen gelernt, gemeinsame Zeit verbracht und sind sich nicht nur körperlich nahe gekommen. Vielleicht fühlen Sie sich euphorisch, vielleicht sind Sie verliebt. Wenn alles gut lief bisher wünschen Sie sich, dass es von nun an nur noch besser und intensiver wird.

In den meisten Fällen führt diese Nähe jedoch dazu, weil sich einer der Beiden besinnt, dass es auch ein Leben vor dem oder der Neuen gab und zieht sich zurück, um sich zu mit sich selbst zu beschäftigen, um sich zu ordnen – oder sogar um eine Entscheidung zu treffen. Häufig wechseln sich die Beiden darin sogar ab. Diese Phase ist übrigens nicht nur normal, sie ist auch die Heikelste und birgt das höchste Fehlerpotenzial.

Woran erkennen Sie den Rückzug? Es gibt zahlreiche Hinweise: SMS werden nur noch nach langen Pausen beantwortet, auch (oder vor allem) die wichtigen. Bereits eingefahrene Rituale werden abgesagt. Sie sprechen seltener über zukünftige Dinge. Der Partner unternimmt zunehmend Dinge alleine ohne Sie einzuladen.

Sie sind beunruhigt, werden nervös. Aber Sie können nicht wirklich etwas dagegen unternehmen, denn Sie haben dazu gar kein Recht und Sie dürfen keine Ansprüche stellen. Dafür ist es in dieser Phase zu früh: Noch gab es keine Entscheidung und kein Commitment. Es ist nur ein Rückzug – der möglicherweise eine Entscheidung herausfordert.

Aber Rückzug bedeutet noch nicht Stillstand. Doch er kann eine Vorstufe sein, vor allem, wenn Sie sich jetzt falsch verhalten. Lassen Sie uns ansehen, was bei einem solchen Rückzug tatsächlich passiert: In der Phase zuvor sind Sie sich näher gekommen, plötzlich wird das Tempo gedrosselt. Es geht nun darum, die eigenen Ängste vor einer Bindung zu bewältigen.

Wenn Sie häufig nach drei oder vier Monaten auch intensivem Dating wieder alleine dastehen, scheitern Sie vielleicht in der Rückzugsphase. Prinzipiell gibt es hier zwei Varianten nach Erfahrung des Paarberaters: Ihr Partner verliert gewöhnlich das Interesse oder das Ende geht von Ihnen aus. Im ersten Fall könnte es sein, dass Sie etwas tun, was die Ängste des Anderen entfacht oder schürt. Im zweiten Fall überreagieren vielleicht Sie auf  Signale, weil diese in Ihnen Panik auslösen.

Es heißt: „Angst ist ein schlechter Ratgeber!“. Wenn wir also davon ausgehen, dass derjenige, der den Rückzug einläutet, dies aus Furcht tut – und der Zurückgelassene nun in Panik verfällt, dann haben wir kaum noch Potenzial für den Fortgang dieser Beziehung.

Persönlichkeitstest: Woran bin ich mit ihm?

Kein „Liebestest“, sondern eine seriöse Einschätzung der Beziehungspersönlichkeit Ihres neuen Partners. In meiner Arbeit liegt ein Schwerpunkt auf dem Bindungsverhalten und den negativen Überzeugungen und Glaubenssätzen, die zu Ängsten und zu Schutzstrategien vor erneuten Verletzungen führen. Darauf basierend habe ich den Test entwickelt: Woran bin ich mit ihm? Ist er der Falsche oder der Richtige? Er ermöglicht Ihnen Antworten auf die Fragen: Was treibt ihn an? Was macht ihn glücklich? Wonach strebt er? Denn wenn Sie dies wissen, dann können Sie entscheiden, ob sich das für Sie langfristig gut anfühlen wird.

Gewähren Sie Rückzugsmöglichkeiten!

Sie kennen doch die Regel: „Haben Sie viel Geduld. Sie möchten nicht verzweifelt und bedürftig wirken.“ Fast immer gilt in der Rückzugssituation: Wer drängelt, hat verloren. Denn damit werden Sie den anderen garantiert nur in seinen Ängsten bestätigen.

So hart es klingt: Es gibt nichts, was Sie jetzt ändern können! Ihr Partner hat Sie gewählt, hat sich mit Ihnen auseinandergesetzt – jetzt muss er das mit sich tun. Diese Phase hat nichts mit Ihnen zu tun!

So schmerzhaft das für den verliebten Partner ist: Er wird den anderen nicht überreden, überzeugen oder sonst wie „zur Vernunft“ bringen. Wenn die Dating-Phase nicht aus dem festen Interesse einer Bindung begonnen wurde, wird die Rückzugsphase das Ende der Beziehung einläuten.

Es gibt viele Menschen, die in dieser Phase nicht loslassen können und noch einmal die Chance erhalten möchten, ihre allerbeste Seite zu zeigen. Solche Anstrengungen sind unnötig, denn die Werbephase ist längst vorüber.

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Nicht immer ist der Rückzug eines Partners die Folge der vorangegangenen Annäherung.

Natürlich kann es sein, dass dem Rückzug ein Problem vorangegangen ist. Beispielsweise kann ein Streit, ausgelöst durch ein echtes Fehlverhalten eines Partners, eine angehende Beziehung auf eine harte Probe stellen. Jedoch ist dies nicht die hier beschriebene Situation und muss je nach Härtegrad des Problems entschieden werden.

Oftmals hat ein Rückzug etwas mit der prinzipiellen Bereitschaft zu tun, sich zu binden. Wenn Sie feststellen, dass Sie regelmäßig nach zwei Monaten das Gefühl haben, Ihr Date ist nicht als Partner einer langfristigen Beziehung geeignet, könnte es gut sein, dass Sie und nicht der Andere nicht „passen“, denn letztlich haben Sie entschieden, den Kontakt zu vertiefen. Möglich, dass Sie unbewusst solche Partner suchen als Teil einer Strategie der passiven Beziehungsverweigerung.

Manche Singles haben bei aller Leidenschaft, die sie in die Partnersuche stecken, doch vor einer Beziehung eine derart große Furcht, dass sie alles tun, diese erst gar nicht zuzulassen. Sie sehen es sich während der Dating-Phase zunächst mit Interesse an – und wenn sie feststellen, dass es nicht nur Türen, sondern auch Wände gibt, geraten sie in Panik. Solche Menschen verlieren das Interesse an anderen regelmäßig nach einer oft sehr intensiven Verführungsphase.

Singles, die in ihren Partnern die Fehler geradezu suchen, die sich verbindlich geben, aber dann doch unverbindlich bleiben wollen, entpuppen sich häufig als Beziehungsverweigerer. Hier unterscheiden Therapeuten zwischen den aktiven und passiven Beziehungsverweigerern, also jenen, die aktiv zum Ausdruck bringen, dass sie eine Partnerschaft nicht möchten, und jene, die sich in eben Vertreter dieser Gruppe überschwänglich verliebt und um sie wirbt – denn die Perspektivlosigkeit der Beziehung ermöglich furchtlos das aufeinander Zugehen. Der passive Beziehungsverweigerer ist sich also seiner Sache sicher und kann sich emotional völlig fallen lassen.

Spielen Sie keine Spielchen. 

Wenn Sie Anzeichen des Rückzugs entdecken, bewahren Sie zunächst Geduld. Seien Sie wie immer, nehmen Sie sich etwas zurück und geben dem Partner mehr Zeit für sich. Aber hören Sie jetzt nicht auf, anzurufen. Oder sprechen Sie keine Einladungen mehr zum Kino aus. Es ist nicht so, dass Sie Schwäche zeigen, weil Sie weiterhin Ihr Interesse bezeugen. Das würden Sie nur, wenn Sie jetzt an sich zweifeln und alle Munition verschießen, die Sie haben. Sie zeigen nämlich keine Stärke, wenn Sie nun auf Unnahbar machen. Im Gegenteil: Der Andere könnte sich in dem Gefühl bestärkt fühlen, dass dies alles keinen Sinn macht.

Tipp vom Single-Coach: Wichtig ist, dass Sie jetzt wieder Unabhängigkeit und Selbstsicherheit beweisen. Sollte diese Distanz dazu führen, dass Sie sich beide weiter voneinander entfernen – dann werden Sie dies akzeptieren müssen. Durch Drängen, Panikreaktionen, Betteln und Flehen scheitern Sie aber auf jeden Fall. Sie haben also nichts zu verlieren, wenn Sie wieder einige Dinge mit anderen Freunden unternehmen und ebenfalls Zeit für sich nutzen.

Die beste Reaktion auf einen Rückzug des Partners ist: „Halten Sie sich zurück!“ Fahren Sie übers Wochenenden alleine weg, schalten Sie mal wieder den Anrufbeantworter ein, schaffen Sie ein wenig mehr Distanz. Das wird Ihnen ebenfalls gut tun.

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Das erste Date – und dann?
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